ESWT Wund

Die fokussierte Piezo-Stoßwelle zur Wundbehandlung beim diabetischen Fußsyndrom

 

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) im Wundmanagement ist ein non-invasives Verfahren zur Stimulation der Heilung von Wunden. Charakteristisch für eine Stoßwelle ist eine hohe positive Druck-Amplitude mit sehr kurzer Anstiegszeit im Nanosekundenbereich, auf die innerhalb weniger Mikrosekunden eine kurze Unterdruck-Amplitude folgt, um dann auf Normaldruck auszupegeln. Die für die ESWT genutzten fokussierten Stoßwellen erreichen ihren Spitzendruck punktgenau im zu behandelnden Gewebe.

Wurde lange Zeit die biologischen Wirkmechanismen von Stoßwellen, zur Optimierung der Wundheilung, als ungeklärt beschrieben, sind zwischenzeitlich die Effekte recht genau dargelegt. Untermauert werden die Forschungsergebnisse von teils signifikant positiven Wundheilungseffekten in der praktischen Anwendung.

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien und Publikationen, auch unter Nutzung der fokussierten Piezo-Stoßwelle, haben zwischenzeitlich die Wirkmechanismen der ESWT zur Stimulation der Wundheilung beschrieben. Grundsätzlich handelt es sich bei der ESWT um einen starken, gezielten mechanischen Stimulus, der in der Lage ist biologische Selbstheilungsmechanismen anzuregen. Diese Aussage stellt sich bei näherer Betrachtung als Umschreibung komplexer Stoßwellen-Effekte dar. Mechanische Stimuli beeinfl ussen viele zellulären Funktionen lebender Gewebe wie Wachstum, Zelldifferenzierung, Zellmigration, Proteinsynthese, physiologische Apoptose und Gewebenekrose. Extrakorporale Stoßwellen sind dabei als ein mechanischer Stressor zu verstehen, der in der Lage ist, biochemische Veränderungen in lebenden Geweben herbeizuführen, die auf molekularer Ebene letztendlich die Genexpression der Zellen beeinfl ussen und damit, wenn gezielt eingesetzt, eine bestimmte Gewebereaktion hervorrufen können. Dieser Vorgang wird als Mechanotransduktion bezeichnet.


In der Literatur beschriebene Wirkmechanismen und Effekte der ESWT:
- Neovaskularisation
- Induzierte Ausschüttung von Wachstumsfaktoren wie TGF-ß1, VEGF
- Stimulation der Fibroblasten Proliferation
- Anregung zur mesenchymalen Stammzellenmigration
- Antibakterieller Effekt
- Lokale Durchblutungsförderung und Unterdrückung der proinflammatorischen Prozesse